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Rechtsanwalt Markus Kompa
Blog zum Medienrecht


31. März 2012

Der Kompa und das liebe Phi (8) – eine Frage der Ehre

Gestern fand sich mein mächtigster Gegner, der liebe Phi, vor dem Hamburger Pressekadi ein, um mir meine Ehre zurück zu geben. Leichtfertig hatte Phi mein Persönlichkeitsrecht besudelt. Auch etliche Würdenträger des Hamburger Wikipedia-Stammtisches wohnten dem Ereignis bei, darunter Phis reaktionärer Prätorianer Atomiccocktail, der offenbar auf dem heiligem Boden des Landgerichts Hamburg nicht kämpfen wollte, sondern ganz entgegen seiner Gewohnheit demütig schwieg. Dafür jammerte Phis Anwalt und pullte sogar – wie es sich für gestandene Wikipedanten gehört – einen “Godwin”!

In einem Gerichtsvergleich unterwarf sich der mächtige Phi meiner Unterlassungsforderung. Ich ließ meinen Gegner leben und reichte ihm die Hand. Einen weitergehenden Antrag wollte die Kammer nicht mitmachen. Bereits letztes Jahr hatte sich abgezeichnet, dass die für ihre meinungsfreiheitsfeindliche Auslegungspraxis bekannte Kammer bei interpretationsbedürftigen Äußerungen langsam einem Maßstab annähert, wie er auch von weniger gescholtenen Gerichten praktiziert wird. Der viel zitierte “flüchtige Leser”, der eine eigenartige Fantasie hat, ist offenbar inzwischen gefasst worden. Niemand war über diese in Aussicht gestellte Teilniederlage glücklicher als ich. Herrn Schälike wurde eine gute Show geboten, die den Stand der Forschung bereicherte.

15. Dezember 2011

Der Kompa und das liebe Phi (7)

Folge 7: Phi ist beleidigt

Ein Geschichts- und Lateinlehrer aus Hamburg, besser bekannt unter seinem Wikipedia-Kampfnamen “Phi”, hat mir über seinen Anwalt ausrichten lassen, eine Bezeichnung beinhalte als negatives Werturteil eine Nichtachtung oder Missachtung seiner Person. Ich wurde aufgefordert, bis zum 01.03.2011 u.a. diese Äußerung zurückzunehmen und mich für meine Entgleisung schriftlich zu entschuldigen.

Nachdem dieses Datum bereits ein Dreivierteljahr verstrichen ist, kann ich dieser Bitte schwerlich fristgerecht entsprechen. Aber wenn jemand, dem nicht einmal der Name “David Ferrie” etwas sagte, allwissend im Artikel über das Kennedy-Attentat zensiert und Argumenten dadurch begegnet, indem er Quellenhinweise löscht, die Verlinkung auf Dokumentationen wegen “urheberrechtlichen Bedenken” löscht und offensichtlich die wesentlichen Bücher zum Kennedymord gar nicht kannte, dann wüsste ich gerne, welchen höflichen Begriff mein lieber Phi für derartig wikipedianisches Verhalten bevorzugt.

Phi beruft sich auf den längst widerlegten Schwätzer Posner, der “Marcello” nicht einmal korrekt aussprechen kann. Wäre ich Geschichtslehrer, wäre mir solch inkompetente Willkür mindestens peinlich. Seine Schüler tun mir jedenfalls leid.

Ach ja: Phis eloquenter Anwalt beendet seinen Schrieb mit ihm vermutlich in die Feder diktierter PHIlologie, ich solle mich mit Cicero befassen und belästigt mich altklug mit einem lateinischen Zitat. Wie könnte man ein solches Schulmeisterlein eigentlich noch parodieren? Wenigstens hat er keinen blauen Brief an meine Eltern angedroht …

25. September 2011

Der Kompa und das liebe Phi (6)

Folge 6: Dr. Phi und Mr. Hide

Phi, heute ein Latein- und Geschichtslehrer in Hamburg, hatte 1998 sein Werk Das Ende der Reparationen veröffentlicht. Immerhin befand es eine anonyme IP in Wikipedia-Artikeln, die auch offiziell der Wikipedia-Edit-Warrior “Phi” bearbeitete, für eine reputable Quelle.

Jener Phi gleicht auch dem Lehrer bis aufs Haar und lebt nach eigenem Bekunden ebenfalls in Hamburg, wo er gleichfalls einer Vorliebe für Latein frönt. Als Lehrer hat man vormittags recht und nachmittags frei – eine Berufsgruppe, die daher besonders anfällig für das Besserwisser-Lexikon Wikipedia ist, denn da kann man den ganzen Tag und sogar am Wochenende recht haben – vorausgesetzt, man hat reichlich Zeit.

Ein Lehrer, erst recht ein promovierter, dürfte in der Wikipedia-Comunity großes Ansehen genießen, besteht selbige doch überwiegend aus ca. 30-Jährigen mit bis zu 14 Stunden Zeit für selbige – also Leuten, die nicht mit Beruf, Familie oder interessanteren Tätigkeiten ausgelastet sind, als dem kostenlosen Pflegen einer Datenbank. Soweit man es mir zugetragen hat, sind die eingefleischten Wikipedianer ansonsten durch die Bank weg Bummelstudenten oder Leute mit sozialen Problemen, die sie online kompensieren. Ein bekannter Wikipedianer, der sich jahrelang als Wikipedia-Autorität in Geschichtsschreibung gerierte, wurde kürzlich als Studienabbrecher enttarnt, der mit Mitte 30 noch im “Hotel Mutti” wohnt. Wie der Einäugige, der unter Blinden König ist, so genießt dann wohl auch ein echter Philologe einen gehobenen sozialen Status unter den Wikipedianern. Seit Jahren besucht der Pädagoge eifrig den Wikipedia-Stammtisch Hamburg – der vielen als das Epizentrum wikipedianischer Intriganz gilt.

Phi ist sich meist persönlich zu schade für vulgären Schlagabtausch, sondern provoziert lieber als scheißenfreundlicher Schreibtischtäter, um bei kritischer Reaktion etwa seinen Stammtischbruder Herrn Peter Wuttke – Kampfname “Atomiccocktail” – von der Kette zu lassen, dessen Kinderstube zu wünschen übrig lässt.

Herr Peter Wuttke gilt in der Wikipedia als sankrosankt: Er darf sich nahezu jeden Ton herausnehmen und bis aufs Blut provozieren, sogar offen drohen, ist schlichtweg ein Monument für das phänomenale Versagen der Adminpedia, die sich nicht an ihren eigenen Regeln messen lassen möchte. Macht jemand den Fehler, sich von Herrn Peter Wuttke provozieren zu lassen, wird dies von einem Admin zum Anlass genommen, den Kritiker mit Sperren und öffentlichem Tadel zu maßregeln. Für gewöhnlich gehört der sperrende Admin ebenfalls dem Hamburger Wikipedia-Mobbingstammtisch an. Besonders hervorgehoben hat sich insoweit der Hamburger Stammtischbruder “Minderbinder”, der dem Vernehmen nach ebenfalls ein Lehrer sein soll. Auch Admin “Mogelzahn”, hinter dem sich der Hamburger Anwalt und glücklose FDP-Funktionär Herr Claus-Joachim Dickow verbirgt, lässt es an hanseatischer Solidarität nicht fehlen.

Es ist beunruhigend, wenn Hamburger Pädagogen, denen man anvertraut hat, Kinder zu Persönlichkeiten zu erziehen, sich unter der Maske der (vermeintlichen) Anonymität dazu hinreißen lassen, sich über Jahre hinweg an Cyber-Mobbing zu beteiligen. Dem Autor dieser Zeilen war der philisterhafte “Phi” 2007 das erste Mal aufgefallen, als dieser alle diejenigen, die an Oswald als alleinigem Täter des Kennedy-Mords zweifeln, als mehr oder weniger verrückt darstellte und etliche Sachargumente durch Löschungen etc. bekämpfte. Im Laufe der Diskussion stellte sich aufgrund von eklatanten Wissenslücken heraus, dass der Geschichtslehrer sich gar nicht mit der Fachliteratur zum Attentat befasst haben konnte. So durfte Phi u.a. beleglos behaupten, Zweifler an der Alleintäterthese seien “randständig”, während ihr die überwiegenden Autoren “dezidiert” folgten – obwohl offensichtlich dramatisch das Gegenteil der Fall ist.

Trotzdem war die Meinung des dilettantischen Phi bei den Wikipedia-Klüngelern stets ausschlaggebend, während die Kritiker frei zum Abschuss gegeben waren. Wikipedia ist nicht dem Wissen verpflichtet, sondern dem Klüngel der Hamburger Dilettanten. Wenn man sich der Autorität des Lehrers nicht beugte, wurde eben der Artikel vollgesperrt, so dass der gewiefte Taktiker sein Ziel des Besserwissens stets erreichte. Kafka lässt grüßen.

Seit Ende der 90er Jahre ist Phis Position, Kennedy sei durch Oswald erschossen worden, nicht einmal die “offizielle Version”. Oswald wurde nie als Täter vernommen, hatte nie einen Anwalt und sprach in eine TV-Kamera, er solle lediglich zum Sündenbock gemacht werden. Einen Tag später wurde Oswald erschossen. Zur “Leichenschändung” fühlt sich der Geschichtslehrer berufen, der vom Kennedy-Fall keine Ahnung hatte, davon aber jede Menge.

Das Schulmeisterlein mag privat seine laienhaften Ansichten zum Kennedy-Mord pflegen und öffentlich äußern. Wenn er jedoch eine neutrale Darstellung in der Wikipedia blockiert und zensiert, dann sabotiert er die öffentliche Meinungsbildung in einer Weise, die einem Geschichtslehrer im gehobenen Dienst schlecht zu Gesicht steht. Man kann sich einen Reim darauf machen, wie er seinen Schülern gegenüber agiert, über die ihm Macht verliehen wurde.

Kurz zum Warren-Report:

Entgegen dem Willen der Regierung Johnson wurde ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zur Untersuchung des nicht polizeilich aufgeklärten Kennedy-Mords eingesetzt. Leiter war war Richter Warren, vormals ein Mitglied des (Kennedy-kritischen) Ku Klux Klan. Dominiert wurde der Ausschuss von CIA-Gründer Allen Dulles, der seit Jahrzehnten entsprechende Ausschüsse verhinderte, belog oder manipulierte. Statt die Untersuchung auf die CIA auszudehnen erfand Dulles die “Alleintäter-Theorie”, obwohl diese nicht zu den Spuren passte. Kennedy-Hasser FBI-Chef Hoover enthielt der Kommission wesentliches Material vor. Zwei Kommissionsmitglieder widerriefen später ihre “Schlussfolgerungen”.

Die Warren-Kommission war keine juristische Kommission, sondern eine politische. Da Oswald sowohl mit der Sowjetunion, als auch mit Castro in Verbindung gebracht werden konnte, war es ein Jahr nach der Kuba-Krise politisch nicht zu verantworten, das Attentat einem außenpolitischen Gegner, oder aber Kreisen von Militär und CIA anzulasten.

Das Pentagon war seinerzeit mit den Kennedy-Brüdern verfeindet. Die Generäle, namentlich Lemnitzer, LeMay und Anderson hatten mehrfach versucht, Kennedy zum atomaren Angriffskrieg auf Kuba sowie auf die Sowjetunion zu drängen. Aus dem freigegebenen Northwoods-Dokument folgt, dass die Militärs bereit waren, irgendwelche Anlässe zu instrumentalisieren oder gar zu inszenieren, um sie als Vorwand für ihre geplanten Kriege gegen Kuba und Sowjetunion zu benutzen.

Man mag von Präsident Johnson und CIA-Begründer Dulles halten, was man will, aber außenpolitisch wäre es verantwortungslos gewesen, Raum für eine Interpretation des Kennedy-Mords als kommunistisches Attentat zu lassen. Innenpolitisch hätte es die USA, die damals schon allein insbesondere vom Rassenkonflikt gespalten waren, zweifellos zerrissen, wäre augenfällig geworden, dass der Kennedy-Mord unübersehbare Spuren zu Militär und Geheimdienstwelt aufwies. Texanische Industrielle, ultrarechtsgerichtete Südstaatler sowie Exilkubaner und die von den Kennedys nachhaltig bekämpften Mafiosi hatten beiden offen den Tod gewünscht, die Militärs und zahlreiche CIA-Leute hassten sie bis aufs Blut.

Die Warren-Komission hatte politisch keine andere Wahl, als das Angebot zu nutzen, den offensichtlich als Inside-Job durchgeführten Mord einem scheinbar durchgeknallten Einzeltäter zuzuschreiben. In den 70ern meldeten der Church-Ausschuss sowie ein eigens gegründeter Attentatsausschuss massive Zweifel an der Arbeit der Warren-Komission an. Dass Oswald keineswegs Kommunist war, sondern im Gegenteil zur ultrarechten Szene gehörte und einen geheimdienstlichen Hintergrund hatte, sollte die Öffentlichkeit erst Jahrzehnte später erfahren, als ein Spielfilm nach Ende des Kalten Kriegs das Interesse am Kennedy-Mord erneut entfachte. Ein Ausschuss des US-Kongresses kam in den 90ern zu dem Schluss, dass das Attentat unmöglich von einem Einzeltäter hatte ausgeführt werden können, die Schlussfolgerungen der Warren-Komission unhaltbar waren, bereits deren Material schlicht unbrauchbar war.

21. September 2011

Animal Farm Reloaded – Der Kompa und das liebe Phi (5)

Folge 5: Phi enttarnt!

Mein mächtigster Gegner, der sich jahrelang hinter dem Wikipedia-Kampfnamen “Phi” verbarg, wurde nun enttarnt.

Und das Schönste: Er wohnt im Gerichtsbezirk Hamburg, wo man noch das allgemeine Persönlichkeitsrecht so richtig zu schätzen weiß …

bortaS bIr jablu’DI’ reH QaQqu’ nay’

(Altes klingonisches Sprichwort)

16. November 2009

Animal Farm Reloaded – Der Kompa und das liebe Phi (4)

Folge 4: Die Prätorianer des mächtigen Phi

Was bisher geschah:

Folge 1: Wie das Wikipedia-Drama begann …

Folge 2: Das friedfertige Phi

Folge 3: Codename Phi

Zwanzigstes Kapitel Machiavelli: Ob die Festungen und viele andere Dinge, die Fürsten öfters unternehmen, nützlich, oder schädlich sind.

Die im Sommer 2007 begonnene Kontroverse war ernst. Immerhin ging es um Mord! Da blockierte ein extrem sendungsbewusster, jedoch praktisch unbelesener Alleintäterthese-Fundamentalist den Eintrag zum Mord des Jahrhunderts, über den es seit 44 Jahren eine Vielzahl an Büchern und Dokumentationen gibt, und die Admins ließen sein faktenfreies Zensieren gewähren, unterstützten ihn im Gegenteil sogar, ergriffen offen für ihn Partei. Was war hier los?

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15. November 2009

Animal Farm Reloaded – Der Kompa und das liebe Phi (3)

Folge 3: Codename Phi

Was bisher geschah:

Folge 1: Wie das Wikipedia-Drama begann …

Folge 2: Das friedfertige Phi

Ich habe große TV-Sender und Verlage verklagt. Ich habe der Finanzindustrie in mehrfacher Hinsicht die Stirn geboten. Ich mache mich über die Pressekammern in Köln und Hamburg lustig, obwohl ich dort beruflich verkehre. Ich schreibe häufig kritisch über Geheimdienste, auch über die eigenen. Selbst den mächtigsten Magier der Welt habe ich gefordert!

Doch all diese Gegner erwiesen sich als harmlos im Vergleich zu dem Feind, der seine Niedertracht hinterlistig hinter einer inszenierten Höflichkeit verbarg, mit welcher er seine leichtgläubig naive Umwelt zu blenden vermochte: Φ!

Bild: Raphman - public domain

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30. Oktober 2009

Animal Farm Reloaded – Der Kompa und das liebe Phi (2)

Folge 2: Das friedfertige Phi

Was bisher geschah:

Folge 1: Wie das Wikipedia-Drama begann…

Das Internet führt manchmal Menschen zusammen, bei denen es vielleicht besser gewesen wäre, sie hätten nie auch nur voneinander gehört. Etwa dieser Typ, der es cool fand, gegessen zu werden, und der, der es dann getan hat. Und auch mir ist so ein furchtbarer Fall zugestoßen. Wir trafen einander in der seltsamen Subkultur der deutschen Wikipedia, was wirklich nie hätte passieren dürfen. Lesen Sie bitte nur weiter, wenn Sie starke Nerven haben!

Unsere Antwort auf Kritik 3: Wie wird laienhaftes Wissen verhindert? (weiterlesen …)

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28. Oktober 2009

Animal Farm Reloaded – Der Kompa und das liebe Phi (1)

Folge 1: Wie das Wikipedia-Drama begann …

Die heute startende Serie soll ein obskures Wikipedia-Abenteuer dokumentieren und demonstrieren, wie man mit totalitären Systemen fertig wird.

“Are you ready to cooperate?” – “No.”

Strategem 30: Die Rolle des Gastes in die des Gastgebers umkehren

Ein früherer Mandant von mir war seinerzeit wegen Ausübung seiner Meinungsfreiheit in den StaSi-Knast gesteckt worden. Man versuchte, ihn zur kontrollieren, indem man ihm für den Fall unbotmäßigen Verhaltens den Hofgang strich. Der Mann tat das einzig Richtige: Er verzichtete sofort auf den Hofgang! (Damit schoss sich die StaSi ein Eigentor, denn genau in der Zeit pflegte man heimlich die Zellen zu durchsuchen, was in diesem Fall natürlich nicht mehr ging!) Auch den Nachtisch ließ er demonstrativ stehen. Er trat zwar nicht in den Hungerstreik, aber er setzte sich im Waschraum nackt auf den Boden und weigerte sich, aufzustehen. Der Wärter erkannte schließlich, dass er in Erklärungsnöte geraten könnte, wenn sich sein Gefangener auf dem kalten Boden eine Erkältung oder so zuziehen könnte und ließ mit sich handeln.

-> Selbst im StaSi-Knast hat man Möglichkeiten, totalitären Systemen Selbstachtung zu demonstrieren. (weiterlesen …)

27. Oktober 2009

Udo Vetter ./. Judge Dredd

Der geschätzte Kollege Udo Vetter vom lawblog gehört wie fefe zu den Top Ten der deutschen Blogosphäre und hat in selbiger für das Image des Berufsstandes des Rechtsanwalts mehr Verdienste erworben als alle Kollegen zusammen. Und so kam endlich einmal jemand auf den Gedanken, dem verdienten Blogger ein Denkmal in der Wikipedia zu setzen. Natürlich ließ ein Löschantrag nicht lange auf sich warten.

Und wer hat diesen Löschantrag gestellt? Ein äußerst sympathischer Zeitgenosse namens Marcus Cyron, der mir durch seine durchgehend sehr gewählte Ausdrucksweise in Erinnung geblieben ist. Hier seine Begründung:

“Ich habe mir das Gestümpere jetzt 20 Minuten angesehen, als der Pseudoartikel immer um minimale Ergänzungen wuchs.”

Dieser Mensch war früher übrigens mal Admin, was ihm mächtig zu Kopf gestiegen war. Er masste sich polizeimäßige Kompetenzen an, wie sie mir eher von Judge Dredd bekannt gewesen waren, sowie einen Ton, den ich mal als “suboptimal” charakterisieren möchte. Als ich noch in der Wikipedia verkehrte, fiel es mir als Akademiker sehr schwer, mich von jemandem maßregeln lassen zu müssen, dessen Sensibilität, Einfühlungsvermögen und sprachliche Grazie besagter Fantays-Figur entsprach. Irgendwann hatte jemand ein Einsehen, vermutlich er selbst, und diese eklatante Fehlbesetzung wurde korrigiert. Doch scheint der Zeitgenosse in der Wikipedia sein 2nd Life gefunden zu haben und ist wohl so gut vernetzt, dass man ihm so einiges durchgehen lässt, was bei weniger gleichen Usern zu einer sofortigen Sperre führen würde. Mit einiger Sicherheit steht er auch in guter Beziehung zum Hamburger Wikipedia-Stammtisch. Letzteres ersetzte seinerzeit auch die Notwendigkeit sachlicher Auseinandersetzung, denn in der Politik kommt es nur darauf an, die richtigen Leute zu kennen und Macht zu koordinieren.

Mehr davon, wenn hier die ersten Folgen meines tragikkomischen Monumental-Epos “Der Kompa und das liebe Phi” erschienen sind …

Wie es aussieht, konnten die Guardian Angles des Kollegen Udo Vetter seinen Wikipedia-Eintrag gegen Judge Dredd verteidigen. Es lohnt sich halt, Freunde in der Unterwelt zu haben … ;-) Die Wikipedia bräuchte weniger Richter und Vollstrecker, sondern mehr Anwälte.

“Die Sitzung ist geschlossen.”

Update: So und so diskutiert der freundliche Herr Cyron in obiger Angelegenheit. That’s Wikipedia!

Und was ist das eigentlich für eine Form der “Qualitätssicherung”, wenn die Meinung solcher Gestalten als “relevant” gewertet wird?

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26. Oktober 2009

Die Wikipedia igelt sich ein

Heute erschien auf Telepolis meine Glosse zu den aktuellen Vorgängen der Wikipedia. Sehr gefreut habe ich mich über das Kompliment von fefe (was über 200.000 Hits bescheren dürfte) und eine Email eines von mir sehr geschätzten Publizisten.

In dem Wikinger-Fachblatt “Kurier” weist ein Autor darauf hin, dass die Wikipedia Bestandteil von Web2.0 sei. Um zu zeigen, wie man mit seinem Gegenüber auf Augenhöhe diskutiert, geht er gleich mit gutem Beispiel voran:

Begriffe wie „Willkür“, „Blockwarte“, „Adminpedia“ und „Löschnazis“ sind sicherlich primär der Tatsache geschuldet, dass auf beiden Seiten genug Idioten mitdiskutieren …

“Idioten” – wenn ich sowas in der Wikipedia gesagt hätte, dann wäre stante pede eine Sperre verhängt worden – ohne Diskussion. Das vulgärste, was mir mal entfleucht ist, war “Neurotiker” im Bezug auf hochneurotisches (oder heuchlerisch-ignorantes) Handeln.

Im Rahmen eines aktuellen Rechtsstreits wegen einer Rufmord-Sache haben mir die Brüder und Schwestern der Adminpedia gestern indirekt mit dem Streisand-Effekt gedroht, wollen “Ruhe in die Sache bringen” und weigern sich, einen privilegierten User wegen einer knallharten Verleumdung anzugehen! Liebe Admins, glaubt ihr wirklich, dass ich ein Interesse an Ruhe in euerm Laden haben könnte? Publicity ist mir im Gegenteil hochwillkommen!!! “Controverse you can’t buy!” pflegt ein weltbekannter Mandant von mir stets zu sagen. Also, ihr Wikinger, soll ich erst zurücksperren und euch die Domain kappen lassen, oder kapiert ihr auch so, dass der Admin-Corpsgeist außerhalb eurer Wikiwelt keine Bedeutung hat und nicht über dem Recht steht? Fortsetzung folgt!

Und demnächst startet hier eine Serie: “Der Kompa und das liebe Phi”! :P

Und in ein paar Wochen unterhalten wir uns nochmal über den Streisand-Effekt …

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