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Rechtsanwalt Markus Kompa – Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht, Köln
Blog zum Medienrecht


Animal Farm Reloaded – Der Kompa und das liebe Phi (3)

Folge 3: Codename Phi

Was bisher geschah:

Folge 1: Wie das Wikipedia-Drama begann …

Folge 2: Das friedfertige Phi

Ich habe große TV-Sender und Verlage verklagt. Ich habe der Finanzindustrie in mehrfacher Hinsicht die Stirn geboten. Ich mache mich über die Pressekammern in Köln und Hamburg lustig, obwohl ich dort beruflich verkehre. Ich schreibe häufig kritisch über Geheimdienste, auch über die eigenen. Selbst den mächtigsten Magier der Welt habe ich gefordert!

Doch all diese Gegner erwiesen sich als harmlos im Vergleich zu dem Feind, der seine Niedertracht hinterlistig hinter einer inszenierten Höflichkeit verbarg, mit welcher er seine leichtgläubig naive Umwelt zu blenden vermochte: Φ!

Bild: Raphman - public domain

Schachregel 1.1: Das Schachspiel wird zwischen zwei Gegnern gespielt, die abwechselnd ihre Figuren auf einem quadratischen Spielbrett, „Schachbrett“ genannt, ziehen. Der Spieler mit den weißen Figuren beginnt die Partie. Ein Spieler „ist am Zug“, sobald der Zug seines Gegners ausgeführt worden ist (siehe Artikel 6.7)

Meine Versuche, dem tendenziös geschriebene Kennedy-Mord-Artikel ein Wikipedia-würdiges Antlitz zu verleihen, wurden beinahe in Echtzeit von Phi revertiert. Inzwischen hatte ich erkannt, dass Benutzer Hilman ziemlich vernünftig war, Benutzer Quincie777 ein temperamentvoller Heißsporn, aber mit dem Herz am rechten Fleck. Beide waren schon länger über die Impertinenz des mächtigen Phi empört, es hatte Edit-Wars gegeben.

Schachregel 3.5:  Beim Ausführen dieser Züge dürfen Dame, Turm und Läufer nicht über dazwischenstehende Figuren hinwegziehen.

Hilman war der Läufer, Quincie777 gab in Edit-Wars das Bauernopfer, mir sollte die Rolle des Königs zufallen. Doch auch Phi spielte nicht allein, auch wenn seine Bundesgenossen damals noch unsichtbar am Rande des Spielfeldes im Dunkeln sinister auf ihren verlogenen Einsatz lauerten.

Da mir Phis aufgedrängte Edit-Wars nicht allzu produktiv erschienen, verlagerte ich die „gemeinsame Bearbeitung“ endgültig auf die Diskussionsseite, wo Phi aufgrund seiner gespielten Höflichkeit bislang das Spiel durch billigste Täuschung zu machen schien. Phi ignorierte tapfer alle möglichen Sachargumente, wurde erfolglos zum Beleg wiederlegter Tatsachenbehauptungen aufgefordert usw.

Doch Kritikfähigkeit war des Phis Stärke nicht. Die brauchte er auch gar nicht denn ihn umgab eine bislang unsichtbare Garde an Prätorianern – den Admins.

Schachregel 13.2: Der Schiedsrichter handelt im besten Interesse des Wettkampfes. Er soll dafür sorgen, dass durchgehend gute Spielbedingungen herrschen und dass die Spieler nicht gestört werden. Er beaufsichtigt den Ablauf des Wettkampfes.

Admins hielt ich bis Ende 2007 für ernst zu nehmende, wohlmeinende und weise Moderatoren. Leute, die ehrenamtlich Streit schlichten. Und als Jurist ging ich davon aus, dass Admins, die mit einer der Parteien Bekanntschaft pflegen, einen solchen Interessenkonflikt zum Anlass nehmen, um sich entweder diskret zurückzuhalten, oder aber sich für befangen zu erklären. Auf die naheliegende Idee, dass Admins mit Phi konspirierten, war ich in meiner Unschuld damals gar nicht gekommen.

Phi bekam in allem Recht, nie wurden seine Edit-Wars als Regelverstöße gesehen, man ermahnte uns wie kleine, uneinsichtige Kinder. Der dumpfe Geruch von Ignoranz, der mir entgegen wehte, schmerzte beim Atmen. Erst Monate später sollte ich mir die Gästeliste des Wikipediastammtischs Hamburg und die vertraute Kommunikation auf den Benutzerseite der in unseren Konflikten beteiligten Admins und Fußvolk-Bauern ansehen – und mich geistig dabei erbrechen.

Hier mal ein Ausschnitt aus der intelligenten Konversation:

Markus Kompa und Φ werfen sich gegenseitig vor, schon wieder daneben zu hauen

Unser lieber Φ hat es mal wieder geschafft. Nun lautet sein seltsamer Satz: Die zahlreichen historischen oder politikwissenschaftlichen Darstellungen über Leben und Politik Kennedys gehen auf die Frage entweder nicht näher ein oder folgen dezidiert der Alleintäterthese. Aha. Es gibt also keine einzige historische oder politikwissenschaftliche Darstellung, welche die Alleintäter-These in Zweifel zieht. Soso. Laut Versionsgeschichte hält er diese Änderung sogar für eine „Entschärfung“. Weiter so! Mehr davon! —Markus Kompa 10:11, 11. Nov. 2007 (CET)

Und wieso jetzt betont wird, dass in spezifischen Werken wie „Kennedy und der Kalte Krieg. Die Außenpolitik der USA und die Grenzen der Glaubwürdigkeit“ das Attentat nicht explizit abgehandelt wird, möge er doch mal erläutern. Insbesondere da der Eindruck vermittelt werden soll, dass ein Nichtabhandeln des Attentats in Werken mit einem völlig anderen Themenbereich eine Unterstützung für die Alleintäterthese darstellt. Ich frage mich übrigens gerade, welche unterschwellige Botschaft z.B. Jochen Schmidt von Beck in seinem Fachwerk „Goethes Faust – Grundlagen, Werk, Wirkung“ durch den Umstand vermittelt, dass er nicht auf Goethes Farbenlehre eingeht? Ich bin ab jetzt dafür, dass das Nichterwähnen bestimmter Punkte in der Fachliteratur zu jeglichem Themebereich ab sofort grundsätzlich erwähnenswert und auch interpretationswürdig ist. —P UdK 10:53, 11. Nov. 2007 (CET)

Φ besteht nun darauf, den Satz Es wurde auch bald bekannt, dass die Kommission Indizien, die auf mehr als nur einen Täter deuteten, gar nicht näher verfolgt hatte. Johnson, der an eine kubanische Verschwörung gegen Kennedy glaubte, hatte Warren und Dulles angewiesen, lediglich die Alleintäterschaft Oswalds zu belegen, so zu lassen. Ein Nachweis für eine entsprechende Äußerung fehlt. Stattdessen hat Johnson lediglich vor den Folgen eines entsprechenden Ergebnisses gewarnt. Selbst wenn Johnson sich entsprechend geäußert hätte, folgt hieraus keineswegs, dass er das auch geglaubt hätte. Politiker lügen, insbesondere dann, wenn sie gerade POTUS spielen. Johnson Verhalten muss zudem daran gemessen werden, als dass man ihn kaum aus dem Kreise der Verdächtigen ausschließen könnte: Der Texaner Johnson hasste die Kennedys, war politisch der größte Nutznießer des texanischen Attentats, er rettete durch den so ermöglichten Vietnamkrieg die schwächelnde texanische Helikopter-Industrie, profitierte auch durch eigene Firmen an Bauvorhaben im Vietnamkrieg und hatte eine Beziehung mit einer Tänzerin aus Jack Rubys Nachtclub. Und der will also anfangen, an kubanische Verschwörungen zu glauben? Beleg bitte!–Markus Kompa 11:11, 18. Nov. 2007 (CET)

Lieber Markus, dass Johnson an eine Verschwörung der Kubaner glaubte, ist im Artikel belegt. Dass er als Texaner die Kennedys hasste und dass Politiker sowieso lügen, dagegen nicht. Dein Argument ist eine petitio principii, ein klassischer Denkfehler von Verschwörungstheoretikern: Sie stecken in die eben die These in die Prämisse, die es zu belegen gilt: Politiker lügen, Johnson steckte hinter der Kennedy-Ermordung, also kann er auch kein anderes Motiv dafür gehabt haben, die Untersuchungen der Warren-Kommission in eine bestimmte Richtung zu lenken – womit bewiesen wäre, dass Johnson ein Lügner und Verschwörer war, qed. Mach mal bitte einen Kompromissvorschlag, statt einfach rumzulöschen. Danke im Voraus, —Φ11:20, 18. Nov. 2007 (CET)
Bemerkenswert, wie Phi meinen Text interpretiert, falsche Umkehrschlüsse zieht und Zusammenhänge konstruiert …
Der „Beleg im Text“ (Peter Grose) stammt von mir, und da steht nichts vom Glaubensbekenntnis Johnsons. Ich habe auch nirgends behauptet, zu wissen oder zu glauben, wer hinter einer JFK-Verschwörung steckt. Ich will hier lediglich aus neutraler Sicht die Fakten und Theorien ungefärbt dargestellt wissen. Mir ist hier im eigentlich nur einer bekannt, der seinen privaten Glauben an eine bestimmte des Attentats zelebriert und ungebeten seiner Umwelt von selbstbezogenen Verwirrungen doziert – und der hat sich ausgerechnet für die Alleintäter-These entschieden …
Nochmal: wo ist a) ein derartiges Glaubensbekenntnis Johnsons belegt, und b) würde eine solche Äußerung ausreichen, um Johnsons angeblichen Glaube als gesichert zu betrachten? Wenn man beides bejaht, schließt sich jedoch c) die Folgefrage an, ob ein solcher Glaube andere, gleichberechtigte Motive Johnsons ausschließt. Kurz: Spekulation hoch 3. Raus aus dem Text.–Markus Kompa 12:25, 18. Nov. 2007 (CET)
Eine weitere Probe der Lesekompetenz von Benutzer:Markus Kompa: Auf meinen frdl. Hinweis, der Beleg steht im Text, schaut er nur die nächste Fußnote an, wo er ihn nicht findet. Dass der Beleg an anderer Stelle im Text stehen könnte, nämlich in Fußnote 15, darauf kommt er gar nicht. Deine Fragen a – c beantworte ich, nachdem du Belege für andere Motive Johnsons beigebracht hast. Lieben Gruß, —Φ12:35, 18. Nov. 2007 (CET)
Billig, Phi. Du hättest den angeblichen Beleg an de entsprechenden bringen müssen. Für uns Unwissende, die das Buch des umstrittenen Posener nicht besitzen, bist Du sicher so freundlich, uns ein wortgetreues Zitat zu liefern. Die anderen Motive Johnsons werde, kann und muss ich nicht beliefern, weil sie nicht ausgeschlossen werden können, aber nicht fernliegend sind. Damit ist eine Aussage, was Johnson den GLAUBE, nicht zu verifizieren. Also Spekulation. Also Phis Privatmeinung. Also: a bis c?–Markus Kompa12:51, 18. Nov. 2007 (CET)
Ach Markus. Ich deute dein Gestammel („den angeblichen Beleg an de entsprechenden bringen“) jetzt mal so, dass du den Beleg leichter gefunden hättest, wenn er unmittelbar an der gemeinten Stelle gestanden hätte. Es ist nun, wie du vielleicht weißt, durchaus üblich, ganze Absätze mit einer Fußnote zu belegen. Das hatte ich auch getan, nur hast du deinerseits einen Beleg dazwischen gesetzt und den Zusammenhang so gestört. Und wer ist jetzt daran schuld, dass du den Beleg nicht gefunden hast? Denk mal drüber nach.
Es geht hier auch nicht, wie du wähnst, um „Phis Privatmeinung“, sondern um die von Alan Posener (Das ist die Antwort auf Frage a – die anderen Antworten kommen, wenn ich Belege dafür bekomme, dass in der Literatur noch andere Motive vorkommen). Wenn du wissen möchtest, was an der angegebenen Stelle steht, lauf doch einfach gleich morgen in die Universitätsbibliothek, die Adresse ist Krumme Timpen 3-5. Gruß, —Φ 13:11, 18. Nov. 2007 (CET)

„Gestammel“ nannte das politisch so korrekte Phi meine Ausführungen und dozierte altklug, wo in meiner Stadt die Universitätsbibliothek sei. Damit denunzierte es auf diesem Schlachtfeld meine Person, was man als persönlichen Angriff werten könnte, denn mein Wohnort Münster hat mit dem Kennedy-Attentat nichts zu tun. Das Phi selbst blieb – ganz der Feigling – anonym, hatte mir aber kommuniziert, dass der Konflikt nicht mehr nur auf dem Felde der Wissenschaft ausgetragen werden würde, sondern nach persönlichen Angriffspunkten gesucht wurden. Ich hatte die Drohung verstanden.

Das Phi durfte so etwas allerdings. Dieser von Phi so verehrte „Alan Posener“ ist übrigens keineswegs, wie man annehmen könnte, ein amerikanischer Kennedy-Attentatsforscher, sondern einen Deutsch-Engländer, der für den von mir nur bedingt verehrten Axel Springer-Verlag schrieb, sowie in dem reaktionären Propaganda-Weblog „Achse des Guten“, wo man ihn übrigens inzwischen rausgeworfen hat. Zwar kenne ich sein Buch nicht, bezweifle aber stark, dass es sich bei bei diesem Autor um eine Autorität zum Kennedymord handelt.

Schachregel 12.6: Es ist verboten, den Gegner auf irgendwelche Art abzulenken oder zu stören. Dazu gehört auch ungerechtfertigtes Antragstellen oder ungerechtfertigtes Anbieten von remis oder das Mitbringen einer Geräuschquelle in den Turniersaal.

Das Phi erwies sich als Großmeister im Stellen von Anträgen, einseitigem Auslegen von Regeln und Petzen. Die inhaltliche Auseinandersetzung verlief fruchtlos.

Schachregel 1.2: Das Ziel eines jeden Spielers ist es, den gegnerischen König so „anzugreifen“, dass der Gegner keinen regelgemäßen Zug zur Verfügung hat.

Nun versuchte ich, die Mängel des Artikels in einem Review darzustellen:

Fehlleistungen im Beitrag

  1. „Die zahlreichen historischen oder politikwissenschaftlichen Darstellungen über Leben und Politik Kennedys gehen auf die Frage entweder nicht näher ein [3] oder folgen dezidiert der Alleintäterthese.“ Offensichtlich unzutreffend.
  2. „Hintergrund dieses Fatalismus war die Tatsache, dass es noch keine Amtslimousinen mit kugelsicherem Dach gab.“ Ein normales Autodach hätte es einem Schützen nahezu unmöglich gemacht, ein Ziel im sich bewegenden Objekt zuverlässig anzuvisieren. Autodächer gab es damals schon.
  3. „Der erste durchschlug Kennedys Hals, gleichzeitig erlitt Connally einen Durchschuss durch die Brust und wurde am Handgelenk und am Oberschenkel verletzt.“ Selbst nach offizieller Darstellung war es nicht die „erste“, sondern (mindestens) die dritte Kugel, welche Kennedy und Conally traf.
  4. Wie auf dem Zapruder-Film deutlich zu sehen ist, wurde Kennedy am Kopf getroffen. (Dass er auch am Hals getroffen wurde, legt den Schluss nahe, dass es einen zweiten Treffer gab, was mit der Behauptung von nur drei Schüssen bei mindestens zwei Fehlschüssen nicht in Einklang steht.
  5. Wie auf dem Zapruder-Film deutlich zu sehen ist, wurde Conally nicht gleichzeitig mit Kennedy getroffen.
  6. Es wird an dieser Stelle nicht thematisiert, wie es möglich sein soll, ohne Anvisierungszeit einen Meisterschuss auf ein bewegliches Ziel zu realisieren. Ebenso, wie es der Täter mit seinem Repetiergewehr zu einer erstaunlich schnellen Schussfolge von angeblich 7 Sekunden bringen konnte.
  7. „Der Secret-Service-Mann Clint Hill, der inzwischen auf den Wagen aufgesprungen war, drängte sie in ihren Sitz zurück, und der Chauffeur gab Gas.“ Hier fehlt der Hinweis, dass der Chauffeur entgegen seinen Vorschriften nicht bereits beim ersten Schuss Gas gab – und erstaunlicherweise weder getadelt oder auch nur nach dem Grund seines Versagens befragt wurde.
  8. Es fehlt die wesentliche Information, dass in Dallas eine erste Obduktion durchgeführt wurde. (Sämtliche Beteiligten diagnostizierten Schüsse von vorne.)
  9. Es fehlt die sich aufdrängende Thematisierung der rätselhaften Frage, woher die Polizei diese Personenbeschreibung „wenige Minuten nach dem Attentat hatte“. (Falls Oswald ein Alleintäter war, woher sollten dann die Behörden von seinen Plänen erfahren haben?)
  10. „Ein Handabdruck Oswalds auf der Waffe konnte nachgewiesen werden.“ Welcher Attentäter, der sonst seine Identität tarnt, lässt eine Waffe mit Abdrücken am Tatort zurück? So selbstverständlich, dass man das unkommentiert bringen kann?
  11. „Oswald wurde durch das FBI und die Polizei von Dallas in deren Hauptquartier unter etwas chaotischen Umständen vernommen.“ Es fehlt die wesentliche Information, dass Oswald das in den USA sehr hoch geachtete Recht auf einen Anwalt verwehrt wurde.
  12. „Allen Welsh Dulles, ehemaliger Direktor der CIA, von Kennedy entlassen wegen der misslungenen Invasion in der Schweinebucht“ Formell zutreffend. Die Formulierung erweckt jedoch den Eindruck, Kennedy habe Dulles entlassen wollen. Im Gegenteil nahm Kennedy Dulles in Schutz und hielt ihn, solange dies politisch möglich gewesen war.
  13. Es fehlt die Information über die nach allen bekannten Ansichten als dilettantisch bewertete Arbeitsweise der Warren-Kommission, der zudem FBI wie CIA wesentliche Informationen vorenthielten. Es fehlt die Information, dass der umstrittene EC-CIA-Chef Dulles die Untersuchung dominierte.
  14. „Garrisons Argumentation brach jedoch zusammen, weil Ferrie am 22. Februar 1967 an einem geplatzten Hirn-Aneurysma verstorben war“ Diese Darstellung legt den Schluss nahe, Ferrie sei eines natürlichen Todes gestorben. Überhaupt fehlen jegliche Ausführungen zu Ferrie.
  15. Es wird unterschlagen, dass Garrison auf der payroll der in Louisiana beheimateten Südstaatenmafia stand und kein Ermittlung gegen deren Paten Carlos Marcello durchführte – einem in Morden erfahrenen Feind Kennedys, der mit am meisten von der Tat profitierte.
  16. „Innerhalb nur einer Stunde kamen die Geschworenen am 29. Januar 1969 zu dem einstimmigen Ergebnis, dass Shaw unschuldig war.“ Nicht schuldig im Sinne der Anklage. Die Angabe „Innerhalb nur einer Stunde“ ist überflüssig und irreführend.
  17. „Grundlage für die Annahme eines zweiten Schützen waren Aufzeichnungen des Funkkontaktes eines Motorradpolizisten in Kennedys Eskorte mit einer Polizeistation, die mit einem DictaBelt-Kunststoffband gemacht worden waren.“ Grundlage waren primär die etlichen Zeugen, welche Schüsse von dort wahrgenommen haben.
  18. „Zeugenaussagen und Indizien, die die Alleintäterschaft Oswalds untermauern:“Hier werden zwei Fragen unzulässig vermengt: 1. Gab es eine Alleintäterschaft? 2. War Oswald der Täter?
    1. „Zeugen am Tatort sahen ein Gewehr, das vom fünften Stock eines Lagerhauses abgefeuert wurde, und einige Zeugen sahen ein Gewehr im Fenster, kurz nachdem die Schüsse abgegeben worden waren.“ Kein Indiz für eine Alleintäterschaft. Zumal auch mehrere Personen gesehen worden sein sollen.
    2. „Die Wunden, die Kennedy und Gouverneur Conally erlitten, und der Standort des Fahrzeugs beim Zeitpunkt der Schüsse zeigen, dass die Kugeln von oben und hinten abgegeben wurden.“ Wirklich?
    3. „Die Windschutzscheibe in der Limousine war von einem Kugel-Fragment auf der Innenseite angeschlagen worden, was bedeutet, dass die Fragmente von hinten und nicht von vorne kamen.“ Diese Information ist nicht brauchbar dokumentiert. Die Scheibe wurde sofort – gegen alle Regeln der Spurensicherung – repariert.
    4. „Oswald trat seinen Job im Schulbuchdepot am 16. Oktober 1963 an, als die Route für Kennedys Fahrt durch Dallas noch gar nicht geplant war“ Was soll daran für eine Alleintäterschaft sprechen?
  19. „Zwei Schützen“ Es müsste korrekt heißen, mehrere Schützen. Für eine Begrenzung auf zwei besteht kein Anlass. Im Gegenteil gibt es Stimmen, die von einem Kreuzfeuer sprechen.
  20. „Die laxen Sicherheitsvorkehrungen könnten darin begründet sein, dass Kennedy um seine Gefährdung wusste und der Meinung war, dass wenn ihn jemand töten wolle, sich das ohnehin nicht verhindern ließe.“ Keine Quellenangabe, wohl Theoriefindung – und zwar eine ziemlich seltsame.
  21. „Obwohl Oswald die Tat abstritt, gab es Beweise, die ihn mit dem Gewehr und den Schüssen in Verbindung brachten. Sein Mörder, Jack Ruby war als impulsiver Typ bekannt.“ ???
  22. „Oswald log ständig, um eine Verbindung zwischen ihm und dem Gewehr zu verbergen.“ Wertende Formulierung und Schlussfolgerung. Argumentation zu knapp. Unpräzise Quellenangabe.
  23. „Eine moderne dreidimensionale Computeranalyse, für die bei früheren Untersuchungen die Technik noch nicht existierte, belegte eindeutig, dass die so genannte „magischen Kugel“ tatsächlich alle Verletzungen verursacht haben konnte.“ Eine „moderne dreidimensionale Computeranalyse“ beweist soviel wie die moderne dreidimensionale Computeranimation von Shreck. Sie gibt nur das wieder, was man eingibt. „Eindeutig“ ist eine subjektive Bewertung, mit der man bei Schlussfolgerungen erst recht diesem Thema nicht zurückhaltend genug sein. Hier ist noch eine moderne dreidimensionale Computeranalyse!
  24. „Die unterschiedlichen Aussagen der Ohrenzeugen, was die Richtung betrifft, aus der die Schüsse kamen, lassen sich erklären, wenn man Echoeffekte in Rechnung stellt.“ Genauso gut kann man mit dieser Argumentation behaupten, die angeblichen Schüsse vom Gebäude wären Echos gewesen. Schade, dass hier hinter dem Grashügel keine Gebäude zu erkennen sind, welche den Schall hätten reflektieren können. In diesem Zusammenhang würde mich auch interessieren, warum denn nicht auch die beiden anderen Schüsse ein Echo geworfen haben, sodass man auf dem Tonband sechs Schüsse hören müsste … —Markus Kompa 17:10, 12. Nov. 2007 (CET)
  25. „Jüngste Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass auf dem Band keine Schüsse, sondern atmosphärische Störungen zu hören sind.“ Das „Ergebnis“ ist wohl eher eine These.
  26. „Die beobachtete Rückwärtsbewegung des Kopfes kann durch die Sprengwirkung des Treffers oder durch eine neurologische Reaktion auf die Verletzung erklärt werden.“ Namhafte Experten halten diese „Erklärung“ für unmöglich.
  27. „Verschwörung des organisierten Verbrechens (Westküste)“ Richtig muss es heißen: OSTküste.
  28. ZDF-Doku (2007) ist nicht eingearbeitet oder aufgeführt.
  29. Dieser Artikel wurde in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen. Kein Kommentar —Markus Kompa 11:58, 11. Nov. 2007 (CET)

Meiner fachlich fundierten Analyse der evidenten Fehlleistungen, die das allwissende Phi „übersehen“ hatte, konnte mein impertinenter Feind argumentativ nichts entgegensetzen.

Schachregel 12.1: Die Spieler dürfen nichts unternehmen, das dem Ansehen des Schachspiels abträglich sein könnte.

Doch das Phi ließ sich zu dieser selbst entlarvenden Stellungnahme an einen Admin hinreißen:

Lieber Smoking Joe, laut Wikipedia:Neutraler Standpunkt#Inwieweit empfiehlt es sich, Minderheitenmeinungen zu erwähnen? muss die Meinung der akademischen Fachwelt – in diesem Falle: der Geschichtswissenschaft – in einem Artikel das Übergewicht gegenüber Außenseiter- und Minderheitenpositionen behalten. Um klar zu machen, was der Mainstream und was eine randständige Position ist, habe ich die von dir kritisierten Sätze formuliert.

Die Zweifel am Warren-Report als „randständig“ zu bezeichnen, und der nachhaltige Versuch, diese zu marginalisieren und zu zensieren, sprechen für sich. Wen es interessiert, der soll sich die gesamte Diskussion durchlesen und sich eine Meinung darüber bilden, wer sachlich argumentierte, und wer blockiert.

Hier noch ein schöner Schlagabtausch:

Markus Kompa haut mal wieder voll daneben: „Die Pflicht, Informationen zu belegen, liegt bei dem, der die Information hinzufügt, nicht bei dem, der sie in Frage stellt. In strittigen Fällen kann der neue Beitrag ansonsten von jedem Bearbeiter gelöscht werden.“ Und wenn du am Artikel nicht mitarbeiten willst, dann lass es doch bleiben. —Φ 12:50, 21. Nov. 2007 (CET)
Richtig, in STRITTIGEN Fällen. Ist aber nicht ernsthaft streitig, liebster Phi.–Markus Kompa 13:08, 21. Nov. 2007 (CET)

Über Monate hinweg baten wir das Phi inständig, seine Berufung auf die angebliche Einigkeit der Historiker über den Kennedy-Mord zu belegen, wurden ob der Selbstgefälligkeit Phis zunehmend ungeduldig:

  1. Nach welchen Kriterien meinst Du, dass es Dir zusteht, Autoren zu bewerten?
  2. Was verstehst Du unter „akademische Autoren“?
  3. Wie kommst Du zu der Auffassung, Posner sei den akademischen Autoren zuzurechnen?
  4. Wieso sollen die zahlreichen anderen Autoren, die sich dem Glauben an den Oswald und die Theorie der Magischen Kugel verschließen, nicht akademisch sein?
Bitte einfach die Fragen beantworten …Markus Kompa 23:07, 22. Nov. 2007 (CET)

Es half nichts. Als ich eine Kurzanalyse aus den bei Amazon verfügbaren Titeln vorlegte, die in ihrer Mehrzahl den Warren-Report bezweifeln, kam Phi auf die glorreiche Idee, große Teile dieser Liste zu löschen …

Die Situation war kafkaesque. Hilman nahm mit mir telefonisch Kontakt auf. Er war schon ein älteres Semester, in den miefigen 50ern sozialisiert, der seinerzeit in Kennedy einen Hoffnungsträger gesehen hatte. Endlich hätte da in den USA mal jemand fortschrittlich geredet, erkannt, dass wir alle auf demselben Planeten wohnten und dieselbe Luft atmeten. Kennedy sprach davon, ob seine Generation in die Augen ihrer Kinder sehen könnte.

Ich bin eines dieser Kinder.

Für Hilman war damals nach dem Attentat eine Welt zusammengebrochen. Der Mann, auf den er gehofft hatte, war ermordet worden; die Kräfte, die Krieg wollten, hatten wieder die Macht. Es war für ihn unerträglich, das Phi Kennedy ein weiteres Mal tötete und schamlos verriet – hier, in der Wikipedia.

Doch ich musste Hilman, dem Mann auf dem Grashügel, mitteilen, dass ein Kampf gegen das hinterhältige Phi auf diesem Schachbrett so aussichtslos war wie der Kampf Kennedys gegen das Pentagon.

Schachregel 3.8 a): Es gibt zwei verschiedene Arten den König zu ziehen, entweder er zieht auf ein beliebiges angrenzendes Feld, das nicht von einer oder mehreren gegnerischen Figuren angegriffen wird

Ich beschloss daher, Phi das Feld zu überlassen und auf ein angrenzendes Feld zu ziehen, nämlich wenigstens das Umfeld des verunglückten Artikels zu mit Informationen anzureichern. Ich legte u.a. einen Artikel über David Ferrie an, von dem das Phi ja zugegeben hatte, ihn nicht einmal zu kennen. Doch Phi stellte mir nach, überwachte offenbar argwöhnisch alle meine Edits. Ich hatte mich an Phi versündigt, ich war sein Feind, den er nicht aus dem Fokus lassen konnte.

Schachregel 8.2: Das Partieformular muss vom Schiedsrichter die ganze Partie hindurch gesehen werden können.

Wenn ich mich richtig erinnere, führte dann diese Konversation hier zu meiner ersten Sperre. Einem Phi darf man nicht die Kompetenz absprechen, da darf es noch so borniert sein. Denn das Phi hatte Freunde – mächtige Freunde. Da mein Account heute gelöscht ist, kann ich das wohl nicht mehr nachverfolgen.

Schachregel 3.9: Ein König „steht im Schach“, wenn er von einer oder mehreren gegnerischen Figuren angegriffen wird, auch wenn diese selbst nicht ziehen können, weil sie anderenfalls den eigenen König im Angriff stehen lassen oder diesen einem Angriff aussetzen würden.

Das strukturelle Problem jedoch war, dass ich

  1. keinen Regelverstoß erkennen konnte,
  2. grundsätzlich Regeln respektiere und umgekehrt respektiert werden möchte,
  3. als Rechtsanwalt gesteigerten Wert auf ein faires Verfahren lege.

Schachregel 13.4: Der Schiedsrichter kann eine oder mehrere der folgenden Strafen verhängen:  a) eine Verwarnung,

Man hätte mich auf einen angeblichen Regelverstoß aufmerksam und mich ggf. zur Einsicht bringen können, denn den Vorwurf, Regeln zu brechen, betrachte ich bereits als ehrenrührig genug, sodass es einer Strafe nicht bedurft hätte. Doch hier sah sich ein Admin veranlasst, mich – einen erwachsenen Menschen, nicht vorbestraft, langjähriger Wikipedianer, gewählte Ausdrucksweise pflegend, offensichtlich von einem Phi nachhaltig provoziert und gequält, bereits in der Defensive befindlich – wie einen Schuljungen von oben herab nach Gutsherrenart zu maßregeln. Ihm den Mund zu verbieten. Ihn zu zensieren. Ihm angemaßte Macht des korrumpierten Admins zu demonstrieren.

Schachregel 4.7: Ein Spieler verliert das Recht, einen Verstoß seines Gegners gegen Artikel 4 zu reklamieren, sobald er absichtlich eine Figur berührt.

An diesem Tag begriff ich das erste mal, dass Wikipedia keine Plattform für den Austausch von Wissen ist, sondern Politik. Politik aber ist ein schmutziges Geschäft, von dem ich mich bislang aus Gründen der Hygiene ferngehalten hatte.

Schachregel 5.1 b): Die Partie ist von dem Spieler gewonnen, dessen Gegner erklärt, dass er aufgebe. Damit ist die Partie sofort beendet.

Eigentlich bin ich ja nicht der Typ, der so schnell aufgibt. Wenn der Klügere immer nachgibt, wird die Welt von Dummen beherrscht. Der verbliebene Bodensatz von Wikipedianern, der sich mit diesen seltsamen Machtstrukturen und der widerwärtigen Diskussionskultur arrangiert hat, belegt dies eindrucksvoll, vgl. Stegbauer: Wikipedia. Das Rätsel der Kooperation.

Schachregel 7.1 a): Wenn während einer Partie festgestellt wird, dass die Anfangsstellung der Figuren falsch war, wird die Partie annulliert und eine neue gespielt.


Nächste Folge: „Die Prätorianer des mächtigen Phi“

Remember, remember, the fifth of November!

« Ministerium zensiert Museum – Wer sich so alles um Filesharing schehrt … »

Autor:
admin
Date:
15. November 2009 um 10:56
Category:
Allgemein,Internet,PR
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2 Comments

  1. Sendung vom 30.11.: Video-Portale, UMTS-Sticks, Wikipedia — Die Sendung mit dem Internet

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